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Ende Mai hatte ich eine Kirchliche Hochzeit auf dem Hamburger Kiez. Mein Brautpaar, Maja und Rafael, hatte ich ein paar Monate vorher kennengelernt und ich war äußerst gespannt auf diese Hochzeit. Schließlich war es doch eine Hochzeit der Gegensätze. Kirchliche Hochzeit auf dem Hamburger Kiez? Wie sollte das denn funktionieren? Und es war in vielerlei Hinsicht eine der amüsantesten und schönsten Hochzeiten, die ich bislang fotografieren durfte.

So sah ich dann den Tag mit großer Freude entgegen. Besonders freute ich mich nämlich auf den Kirchengesang. Ihr müßt wissen, bevor ich Hochzeitsfotografin wurde, habe ich nämlich selber viele Jahre lang in Kirchen gesungen, das ganze Programm rauf und runter. Von Bach über Mozart zu Vivaldi und meinen geliebten Jazz.

Kirchliche Trauung in der St. Joseph Kirche Grosse Freiheit

Die Trauung fand in der St. Joseph Kirche in der Großen Freiheit statt. Eine wunderschöne und vor allem helle Kirche mit einer überaus beeindruckenden Altarfreske, die in einem satten Goldton alles überstrahlte. Maja und Rafael haben es hier ganz traditionell gehalten, dass der Bräutigam am Altar auf die Braut wartete. Maja schreitete dann mit ihrem Großpapa auf den Altar zu. Dann erschallte auch schon eine engelsgleiche Stimme von der Empore. Die Sopranistin Karolina Nogal sang das Ave Maria von Franz Schubert. Ich war den Tränen nahe. Es war so eine tolle und feierliche Stimmung und ich musste daran denken, wie ich dieses Stück damals selber in den Kirchen von Hamburg gesungen habe. 

Polnischer Gottesdienst

Die gesamte Trauung war auf polnisch, logisch, ist ja auch eine polnische Kirche. Ich habe natürlich kein Wort verstanden, aber als geübte Kirchensängerin und Kirchengängerin war ich mit den Abläufen vertraut. Ich hatte nämlich vorher den Pastor gefragt, wann ich fotografieren darf und wann nicht, und ich sollte alles im Rahmen des Gottesdienstes und der religiösen Handlungen auslassen. Ein bißchen verloren war ich da schon, da ich nichts verstand. Aber ich ging nach meinen Erfahrungswerten und außerdem war Rafael immer so lieb und gab mir Zeichen, wann ich fotografieren durfte und wann nicht. Karolina sang dann im Laufe des Gottesdienstes noch das Panis Angelicus und ein polnisches Lied  Wez Mnie Za Reke, und ich konnte mich ganz der Träumerei über die schöne Musik hingeben.

Neben den etwas anderen Abläufen bei diesem Gottesdienst hat mich der Einsatz des Mikrofons etwas erstaunt. Die Kirche ist ziemlich HiTech-mäßig mit einer sehr guten Akustik-Anlage ausgestattet. Aber laßt es euch versichern, das ist gar nicht notwendig. Kirchen sind nämlich extra so gebaut, dass der Klang bis in die letzte Reihe reicht. Die Lautsprecher fand ich also unnötig und auch das der Pastor den Brautleuten bei jeder Gelegenheit das Mikrofon unter die Nase gehalten hat, fand ich auch nicht so schön, das hat die Stimmung etwas gestört. Leider ist das heutzutage in vielen Kirchen der Fall, dass die Musik noch elektronisch verstärkt wird und dann viel zu laut ist.

Spaziergang über den Kiez in St. Pauli

Nach der Trauung und den Gratulationen haben wir dann kurz die obligatorischen Gruppenfotos gemacht. Und dann ging es los. Ich bin mit Maja und Rafael und ihren zwei Trauzeugen dann ganz locker über den Kiez geschlendert. Dabei haben wir nicht die üblichen Schmusefotos gemacht, das gab die Umgebung und die Stimmung nicht her. Es war nämlich brechend voll. Überall wo wir längs gingen, schallte uns ein Lachen und ein Glückwunsch entgegen, die Menschen reagierten mit großer Freude auf das Brautpaar und jeder kam mit ihnen ins Gespräch oder wollte fotografiert werden. Wir trafen auf unzählige Junggesellen- und Junggesellinnenabschiede, die lauthals jubelten.

Stärkung bei McDonalds

Und natürlich kam auch bei Maja und Rafael das typische Hochzeitstag-Syndrom hoch. Erschöpfung aus Hunger, Durst und Hitze – es war an dem Tag auch richtig heiß-.  Das ist ganz typisch. Die Brautleute kommen vor lauter Stress nicht zum essen und Trinken oder zu einer Pause bis zum Sektempfang mit Häppchen oder Kaffee und Kuchen. Also, packt euch irgendwie was ein, was ihr zwischendurch zu euch nehmen könnt und plant kurze Pausen ein, auch bei den Shootings.So haben wir uns erst mal bei einem der Kioske in der Großen Freiheit einige Getränke besorgt und sind dann zum Essen zu McDonalds gegangen. Das war richtig lustig, weil dort auch gleich ein kleines Mädchen mit der Braut fotografiert werden wollte.

Zum Abschluss Hafenpanorama

Wir sind dann weiter über die Reeperbahn geschlendert und kamen dann schließlich zur Ritze. Angezogen hatte mich dieser rosane Durchgang, der sich toll als Hintergrund für ein paar lockere Wandfotos eignete. Dann sind wir weiter zum Eingang, und dann kam einer der Jungs raus und machte für uns den Eingang richtig auf, so dass wir dort noch ein paar witzige Fotos machen konnten. Vielen Dank an euch dafür! 🙂 Weiter ging es dann mit uns Richtung Hafen. Wir sind dann die Treppen runter und haben zum Abschluss noch ein paar Fotos mit Hafenpanorama eingefangen.

Insgesamt war es aber schon eine ganz schöne Herausforderung, da es halt megavoll war und man eigentlich nirgendwo in Ruhe ein Foto machen konnte, ohne dass uns nicht jemand durchs Bild gehuscht ist. Aber die tolle Stimmung auf dem Kiez hat alles wieder wettgemacht. Insgesamt war diese Kirchliche Hochzeit auf dem Hamburger Kiez mit seiner Mischung der Gegensätze einfach bombastisch! Vielen Dank Maja und Rafael, dass ihr mich als Eure Hochzeitsfotografin gebucht habt und ich an diesem besonderen Tag dabei sein durfte! Ihr wart ein tolles Paar!

Kirchliche Hochzeit auf dem Hamburger Kiez

Kirchliche Trauung auf dem Hamburger Kiez