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Im Mai war ich zum ersten Mal in England – abgesehen von meinen Wochenend-Trip nach London vor über 20 Jahren. Ich hatte mich dazu entschieden, mit dem Auto hinzufahren, da ich ja meine ganze Foto-Ausrüstung mitnehmen wollte. Und ich hatte eine ganze Menge geplant. Neben zwei romantischen Pärchenshootings und einer Hochzeit in Cornwall hatte ich ein Personal Coaching bei einem englischen Fuji-Hochzeitsfotografen gebucht. In Deutschland gibt es noch nicht so viele Fuji-Hochzeitsfotografen, die einen eher reportage-artig geprägten Stil haben, daher entschloss ich mich, den Sprung über den großen, bzw. kleinen Teich zu machen.

Eine Hochzeit in Cornwall   

Als Fotografin muss man sich ja auch immer weiterentwickeln und sich auch an internationalen Stilen orientieren, daher war England eine gute Wahl. Doch ich möchte euch heute ja von meiner Hochzeit in Cornwall erzählen. Das Pärchen Tamara und James hatte ich in einem Forum bei Facebook kennengelernt. Als sie erfuhren, dass ich zufällig in Cornwall bin, baten sie mich, ihre Hochzeit zu fotografieren, da sie meinen Stil mochten. Für mich war es auch eine tolle Gelegenheit, mal eine Hochzeit in Cornwall zu fotografieren und auf diese Weise mehr über die englischen Hochzeitsbräuche zu erfahren.

Getting Ready

Ich sollte gleich morgens um 09:00 bei Tamara zu Hause sein, um das Getting Ready zu fotografieren. So machte ich mich um halbacht auf den Weg, da es von Fowey nach Penzance knapp eineinhalb Stunden mit dem Auto waren. In England darf man ja auf den Autobahnen nicht mehr als 118 km fahren. Kaum angekommen wurde ich von einer der süßen Brautjungfern empfangen und ins Wohnzimmer geleitet. Dort wurde auch schon fleißig Make-Up aufgetragen, glatte Haare mit Hilfe eines Brenneisens in zauberhafte Locken verwandelt und die Nägel lackiert. Auch bei Tamaras Töchtern. Später wuselten auf der Hochzeit so viele Kinder rum, ich wußte gar nicht mehr, welches Kind zu wem gehörte 😉 An dieser Stelle ein kleiner Tipp von mir. Wenn ihr auch das Getting Ready fotografiert haben möchtet, achtet darauf, dass nicht zu viel herumliegt und alles einen sauberen und ordentlichen Eindruck macht. Das sieht einfach auf den Bildern schöner aus.

Trauungs-Zeremonie in der St. Johns Hall in Penzance

Die Zeremonie, die recht nüchtern war, fand in den ehrwürdigen Hallen der St. Johns Hall statt. Von außen eine tolles, altes Gebäude, ließ es doch von innen den Charme seiner imposanten Fassade vermissen. Drei Dinge fielen mir bei dieser englischen Trauung auf. Das Brautpaar stand die ganze Zeit. Die Unterzeichnung der Heiratsurkunde durfte nicht fotografiert werden, sondern wurde später fürs Foto nachgestellt. Es gab im Anschluss keinen Umarmungen und Gratulationen, sondern nur der Applaus. Andere Länder, andere Sitten. Ich weiß natürlich nicht, ob es auf allen englischen Hochzeiten so ist, aber ich fand es sehr spannend, diese neuen Abläufe kennen zu lernen.

Blessing in Marazion, St. Michaels Mount

Am Nachmittag gab es nach der Trauung noch ein sogenanntes Blessing in einem Restaurant in Marazion nahe dem imposanten St. Michaels Mount. Das Blessing ist ein Segen, der feierlich für das Brautpaar ausgesprochen wird. Das kann jeder übernehmen, dazu muss man kein Priester sein. In diesem Falle hat das der Trauzeuge – Best Man – des Bräutigams gemacht und auch die Schwester hat ein paar Verse aus der Bibel gelesen. Zuerst kamen die Gäste rein – Bräutigam und Trauzeuge standen schon da- und durften sich nicht eher setzen, bis die Braut reingekommen ist und sich gesetzt hat. Dies als Ehrerbietung vor der Braut. Nach dem Blessing war dann meine Arbeit getan und ich verabschiedete mich mit Freude erfülltem Herzen über dieses neue Erlebnis.

Slideshow der Hochzeitsbilder

So, heute bin ich mal faul und verzichte aus Zeitgründen auf die Einarbeitung der Einzelbilder in den Blog. Dafür stelle ich euch mal die Bilder-Slideshow der Hochzeit in Cornwall zur Verfügung. Was ihr hier seht, sind keine gestellten und geposten Bilder, es ist reine Reportagefotografie. Lediglich für die wenigen Gruppen-Bilder vor der St. Hohns Hall und dem Spaziergang des Brautpaares am stürmisch-verregneten Strand sind die Menschen stehen geblieben und haben in die Kamera geschaut. Also, es ist mal was anderes und ich wünsche euch ganz viel Spaß dabei. Bitte klickt einfach auf das Bild.