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Anfang März durfte ich als Hochzeitsfotograf in Hamburg eine Hochzeit im Reinbeker Schloss begleiten. Ich hatte mich im erst Januar mit Franziska und Tim zum Kennenlerngespräch in Bergedorf getroffen. Doch zum Glück hatte ich im März noch kurzfristig einen Termin frei, die Saison geht erst so richtig ab April los. Schon als die beiden durch die Tür reinkamen sprang der Symphatiefunke zu mir über. Ich zeigte ihnen meine Arbeiten und noch im Gespräch kamen wir zu einer Einigung und so wurde ich also als Hochzeitsfotografin engagiert.

Knappe 1,5 Monate später war es dann soweit, der Hochzeitstermin war da. Wie gewohnt machte ich mich rechtzeitig auf den Weg, immer genug Zeit, um Verspätungen einzuplanen und vorher noch die Location zu checken. Dann kann ich schon mal schauen, wie die Lichtsituation vor Ort ist, um den besten Platz für die Gruppenfotos und das Brautpaarshooting zu finden.  Das Reinbeker Schloss, umgeben von einem See und herrlichen Grünflächen, bot auch reichlich Auswahl für potentielle Fotospots.

First Look

Eigentlich hatten wir auch genügend Puffer für den First Look einkalkuliert. Der Bräutigam war einigermaßen pünktlich da, nur die Braut ließ auf sich warten 🙂 So langsam wurden wir alle etwas nervös, weil wir ja dann den First Look in Ruhe fotografieren wollten. Aber ok. Man kann an einem Hochzeitstag nicht immer alles planen, bzw. es läuft nicht immer alles komplett reibungslos. Aber eine Viertelstunde vor dem Trauungstermin kam dann die Braut. Ich hatte vorher mit ihrer Tante abgemacht, dass sie die Braut dann hintenrum um das Schloss herumschickt. Ich machte dann derweil schon Fotos vom wartenden Bräutigam, der die Ruhe weg hatte 😉 Hier habe ich mal entgegen der Tradition tolle Fotos vom Brautstrauss mit dem Bräutigam gemacht.

Dann kam sie endlich den Weg runtergeschritten, unsere Braut Franziska, strahlend schön mit einem tollen Petticoat Brautkleid, das super gut zu ihrem persönlichen Stil passte. Sie näherte sich dem Bräutigam von hinten und als er sich umdrehte war die Überraschung groß. Einen ganz kurzen Moment hatten die beiden dann für sich alleine, um sich anzuschauen, zu liebkosen und liebevolle Worte zuzuflüstern. Immer mehr Brautpaare entscheiden sich dazu, nicht gemeinsam zur Trauung anzureisen, sondern sich erst vor Ort das erste Mal zu sehen und den intimen Moment zu genießen. Für den Fotografen ist es immer eine besondere Freude, daran teilhaben zu dürfen.

Stimmung vor dem Schloss

Gemeinsam schlenderten wir dann zurück zur Voderseite des Schlosses, wo sich der Eingang für das Standesamt befindet. Ich lugte kurz um die Ecke, gab der wartenden Familie ein Zeichen und schon kam die Stimmung auf. Der Vater und der Onkel des Bräutgams hatten ein kleines süßes Kofferradio im Retro-Look mit, aus dem nun laut Musik schallte. Beide tanzten dazu. Wer will nicht so zu seiner Hochzeit empfangen werden? Nach einer kurzen Begrüßungsrunde ging es dann auch schon los, die Hochzeitsgesellschaft ging nach oben ins Trauzimmer und ich kam fotografierend mit dem Brautpaar hinterher.

Hochzeit im Reinbeker Schloss

Ich kann euch allen nur die Hochzeit im Reinbeker Schloss empfehlen. Die Räumlichkeiten und gerade das Trauzimer, das Gottorfzimmer, ist wunderschön mit ausreichendem Licht und tollen Fenstern. Der Standesbeamte hat die Trauung gefühlvoll, aber nicht zu kitschig, vollzogen. Vom Ablauf sind sie da offen, man kann auch seine eigene Musik mitbringen. Bei Franziskas und Tims Trauung war es besonders niedlich, weil die kleinen Nichten die Ringe bringen durften. Das sind immer ganz besondere Momente. Nach der ca. halbstündigen Trauung und den Gratulationen ging es raus, wo schon die Gäste mit Seifenblasen auf das Brautpaar wartete.

Der Empfang nach der Trauung

Die Familie und die Freunde von Franziska und Tim waren besonders liebevoll und haben sich viele süße Sachen ausgedacht. Z.b. musste das Brautpaar nach der Trauung draussen aus einem Bettlaken ein Herz ausschneiden und der Bräutigam die Braut durch das Herz quasi „über die Schwelle tragen“. Nachdem das Brautpaar diese Hürde gschafft hatte, gab es dann dann im Schatten vom Schlosshof unter den Arkaden einen kleinen Sektempfang mit diversen Erfrischungen. Es war zwar erst Anfang März, aber wir hatten Wahnsinnsglück mit dem Wetter. Blauer Himmel, laue Temperaturen, ein glückliches Brautpaar und gutgelaunte Gäste, tolle Stimmung. Was will man mehr? 🙂

Gruppenfotos nach der Trauung

Nach dem Empfang gingen wir mit der ganzen Hochzeitsgesellschaft hinter das Schloss zu den Grünflächen am See. Es ist wunderschön dort, wirklich sehr zu empfehlen. Ich platzierte die große Gruppe in verschieden Formationen in den Halbschatten etwas erhöht, so das sich mich auf einen Stein oder Stuhl stellen konnte und so die ganze Gruppe gut sehen konnte. Für die Gruppenformation in Herzform stand ich dann aber leider nicht hoch genug, so dass man diese auf den Fotos nicht erkennen kann. Treppen gab es leider keine. Die Sonne kam leicht von seitlich vorne, so dass die Gäste nicht so ganz geblendet waren (sonst werden die Augen zu doll zusammengekniffen), aber wir schöne Lichteflexe auf den Gesichtern hatten. Insgesamt sind hier doch einige tolle Gruppenfotos entstanden. Besonders gut gefallen haben mir auch die Großeltern des Brautpaares. Es ist immer schön, wenn auf einer Hochzeit alle vier Generationen verteten sind und man hier die Gelegenheit hat, mit den Fotos diese Augeblicke festzuhalten und unwiderbringliche Erinnerungen zu schaffen.

Brautpaarfotos

Nach den Gruppenfotos sind die Hochzeitsgäste dann schon zur nächsten Location aufgebrochen, der Reinbeker Mühle, so dass wir in Ruhe noch die Brautpaarfotos machen konnten. Der Vater des Bräutigam war so lieb und hat die Sachen getragen und mir ab und zu geholfen Das ist immer wichtig für den Fotografen, sich Helfer aus der Gruppe zu suchen, die einen bei den Gruppenbildern helfen, Sachen tragen oder den Regenschirm, Reflektor oder Blitz halten können. Für das Brautpaarshooting sollte man immer so ca. 20-30 min, einplanen, um in Ruhe das schönste Licht zu suchen und das Brautpaar aufzulockern.

Feier in der Reinbeker Mühle

Nach dem Brautpaarshooting ging es weiter zum Feiern in das Restaurant zur Reinbeker Mühle. Dort angekommen wartete die nächste Überraschung auf das Brautpaar. Sie mussten einen Baumstamm durchsägen. Am Anfang hatten sie nur eine winzig kleine Säge, damit hätte es stundenlang gedauert. Aber Zum Glück haben die Gäste dann noch eine richtig gute, große Säge organisiert, mit der das Werk dann in knapp 5 min. unter lautem Gejubel und Konfetti-Bombe vollbracht war. Im gemütlichen Restaurant hatten die Gäste in mühevoller Kleinstarbeit eine sehr liebevolle Deko aus Girlanden, Herzen und Kinderfotos der beiden angebracht. Es war wirklich schön zu sehen, mit wieviel Liebe das Brautpaar dort umgeben war. Bevor das Essen kam, war meine Arbeit getan und ich verabschiedete mich vom Brautpaar, das mir zum Abschluss noch eine süße Überraschung überreichte. Ich war sehr gerührt darüber und habe gleich abends die leckeren Pralinen auf einmal aufgegessen 🙂 Vielen Dank, Franziska und Tim, es war wirklich eine tolle Hochzeit, es hat mir viel Spaß gemacht. Ich wünsche Euch viel Glück!